Re­ser­viert und nicht er­schie­nen: Die Her­aus­for­de­rung der No-Shows in der Gastronomie

Der erste Schritt zum Erfolg ist ein gutes Betriebskonzept
Haus­ärz­tin­nen ken­nen es, Ho­tel­be­sit­zer ken­nen es, eben­so ken­nen es Event­ver­an­stal­te­rin­nen und Fri­sö­re: No-Shows oder auf Deutsch das Nicht­er­schei­nen von Gäs­ten und Kun­din­nen. Das schein-bar un­sicht­ba­re Pro­blem ver­ur­sacht sicht­bar hohe Kos­ten. Be­son­ders in der Gas­tro­no­mie. Was sind die Lö­sun­gen für No-Shows in Restaurants? 

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No-Shows in der Gastronomie

Es mag am Zeit­geist lie­gen, am di­gi­ta­len Hier & Jetzt und an den schier end­lo­sen Op­tio­nen, zwi­schen de­nen wir täg­lich ent­schei­den müs­sen, die uns als Ge­sell­schaft un­ver­bind­li­cher ma­chen. Die Co­ro­na­pan­de­mie wirk­te auf die­ses Le­bens­ge­fühl wie ein Brand­be­schleu­ni­ger. So hät­ten sich seit­her ge­mäss ei­ner Un­ter­su­chung von Lunch­ga­te die No-Shows in Re­stau­rant verfünffacht.

Die Rate ist ins­ge­samt noch auf ei­nem tie­fen Ni­veau, be­denkt man je­doch, dass sie steil steigt und im­mer mehr auch Grup­pen ab­sa­gen, kann dies rasch ins Geld ge­hen und auch noch wei­te­re Nach­tei­le nach sich ziehen:

  • Image­scha­den: Gäs­te se­hen lee­re Ti­sche und müs­sen den­noch ab­ge­wie­sen werden
  • Per­so­nal: Fehl­pla­nun­gen, Über- oder Unterbesetzungen
  • Food­was­te: ein­kal­ku­lier­te Le­bens­mit­tel verderben

Was tun bei no Shows? Le­sen Sie hier fünf Tipps dazu: 

Inneneinrichtung eines Restaurants

1. Te­le­fon­num­mer verlangen

Um eine ge­wis­se Ver­bind­lich­keit her­zu­stel­len, neh­men ge­mäss Bran­chen­spie­gel 56 % der Re­stau­rants die Te­le­fon­num­mer bei ei­ner Re­ser­vie­rung auf. Auf an­de­re Mass­nah­men wer­den verzichtet.

2. Dou­ble Seating

Be­son­ders abends oder an Wo­chen­en­den zei­gen sich in Re­stau­rants vie­le No-Shows. Aus­ge­rech­net dann, wenn am meis­ten Um­satz ge­macht wer­den kann. Das Dou­ble Sea­ting in Re­stau­rants, also ei­nen Tisch dop­pelt be­set­zen, hat sich seit der Co­ro­na­pan­de­mie auch in der Schweiz eta­bliert. So könn­te zum Bei­spiel am Abend ein Tisch von 18 bis 20 Uhr ein­mal und von 20 bis 22 Uhr ein wei­te­res Mal ge­bucht wer­den. Der Vor­teil be­steht dar­in, dass ein Tisch bei No-Shows nicht den gan­zen Abend leer steht. Aber Ach­tung, gute Kom­mu­ni­ka­ti­on zum Sys­tem ist wich­tig, denn Gäs­te könn­ten sich rasch ge­stresst fühlen.

3. Ge­büh­ren verlangen

Was bei Ärz­tin­nen und The­ra­peu­ten üb­lich ist, wird in der Gas­tro­no­mie noch stief­müt­ter­lich be­han­delt: Das Nicht-Er­schei­nen in Rech­nung stel­len. Ge­mäss Bran­chen­spie­gel 2022 tun dies im Schnitt nur 3 % der Be­frag­ten. Ent­we­der in­dem sie fürs Nicht­er­schei­nen oder kurz­fris­ti­ge Ab­sa­gen eine Ge­bühr ver­rech­nen oder vor­her die Kre­dit­kar­te vor­ab ver­lan­gen und eine sol­che ab­zie­hen. Oft ist das eine Pau­scha­le oder z. B. auch der Wert des güns­ti­gen Me­nüs in der Kar­te. Die Um­fra­ge im Bran­chen­spie­gel zeigt aber auch, dass über 50 % der Be­frag­ten dies auch in Zu­kunft lie­ber nicht ma­chen möch­ten, um die Gäs­te nicht zu verärgern.

Darf man das denn über­haupt? Eine Re­ser­va­ti­on ist ver­bind­lich und wenn die Gäs­te nicht er­schei­nen, kann ein Re­stau­rant oder Ho­tel bei No-Shows Scha­den­er­satz ver­lan­gen. Das muss aber ge­richt­lich durch­ge­setzt und der Scha­den nach­ge­wie­sen wer­den. Das ist teu­er und kom­pli­ziert. Da­her sind Ge­büh­ren ein­fa­cher. Aber Ach­tung: Die Be­din­gun­gen müs­sen vor der Re­ser­va­ti­on klar sein. In den AGB soll­te deut­lich ver­merkt sein, wie hoch die Ge­bühr ist und ab wann sie ein­ge­for­dert wird (kurz­fris­ti­ges Ab­sa­gen in ei­ner be­stimm­ten Frist oder Nichterscheinen).

4. Di­gi­ta­le Sys­te­me verwenden

Wenn die di­gi­ta­li­sier­te Ge­sell­schaft das Pro­blem für No-Shows ist, kann die Di­gi­ta­li­sie­rung auch die Lö­sung sein. So kön­nen freund­lich for­mu­lier­te und au­to­ma­ti­sche SMS und E‑Mails 48h vor dem Ter­min nütz­li­che Hel­fer sein, um die Gäs­te zu er­in­nern. Eben­falls hel­fen di­gi­ta­le Re­ser­va­ti­ons­sys­te­me, es den Gäs­ten so ein­fach wie mög­lich zu ma­chen. Sie kön­nen da­mit un­kom­pli­ziert re­ser­vie­ren und in ei­nem be­stimm­ten Zeit Fens­ter ab­sa­gen. Auch las­sen sich die Be­din­gun­gen (z. B. Ab­sa­ge­ge­büh­ren) dort gut un­ter­brin­gen. Wei­ter kann mit die­sen Sys­te­men auch auf spon­tan freie Ter­mi­ne auf­merk­sam ge­macht oder das Dou­ble Sea­ting kom­mu­ni­ziert werden.

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5. Po­si­ti­ve An­rei­ze schaffen

Ge­büh­ren­an­dro­hun­gen für No-Shows und Dou­ble Sea­ting we­gen des Zeit­drucks kön­nen von der Kund­schaft ne­ga­tiv auf­ge­fasst wer­den. Dies zei­gen jüngs­te Be­rich­te in den Me­di­en so­wie Um­fra­gen dazu. An­statt schlech­tes Ver­hal­ten mit Ge­büh­ren zu be­stra­fen, kann ge­wünsch­tes Ver­hal­ten auch be­lohnt wer­den. Nebst Goo­dies für treue Kund­schaft kön­nen auch lu­kra­ti­ve Vor­aus­zah­lungs­ra­bat­te von 10–20 % dazu füh­ren, dass Gäs­te ihre Re­ser­vie­rung wahrnehmen.

Fa­zit

No-Shows in Re­stau­rants und Ho­tels ha­ben wie in an­de­ren Bran­chen die letz­ten Jah­re zu­ge­nom­men. Das ver­ur­sacht nicht nur hohe Kos­ten durch lee­re Ti­sche, son­dern ist auch frus­trie­rend für das Per­so­nal. Food­was­te ist eine der ne­ga­ti­ven Be­gleit­erschei­nun­gen von No-Shows. Um dem Pro­blem zu be­geg­nen, gibt es ver­schie­de­ne An­sät­ze von Dou­ble Sea­tings über Ge­büh­ren­er­he­bun­gen. Da­bei gilt es die Ver­hält­nis­mäs­sig­keit zu wah­ren, die Ge­büh­ren ent­spre­chend an­zu­set­zen und zu kom­mu­ni­zie­ren (AGB) so­wie in Not­fäl­len auch ku­lant zu sein. Sol­che Mass­nah­men eig­nen sich bei häu­fi­gem Vor­kom­men, hö­he­rem Preis­seg­ment und grös­se­ren Grup­pen­bu­chun­gen eher als bei oh­ne­hin gut be­such­ten klei­ne­ren Be­trei­ben mit viel Lauf­kund­schaft.
Ei­nen po­si­ti­ven Ef­fekt, um die No-Show Rate in Re­stau­rants zu sen­ken, ha­ben di­gi­ta­le Sys­te­me, die es den Gäs­ten ein­fach ma­chen, zu- und ab­zu­sa­gen, Er­in­ne­run­gen per SMS/Mail oder Vor­aus­zah­lungs­ra­bat­te. In je­dem Fall ist po­si­ti­ve und gute Kom­mu­ni­ka­ti­on und Gäs­te­bin­dung das A und O, um das Pro­blem in den Griff zu bekommen.

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Text­quel­le: Bran­chen­spie­gel Gas­tro­Su­is­se 2022, https://www.lunchgate.info/blog/no-show-report-2022

 

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