Bau­be­wil­li­gun­gen spie­len in der Gas­tro­no­mie eine wich­ti­ge Rol­le. So­bald ein Ge­bäu­de oder Platz um­ge­nutzt oder be­baut wird, müs­sen Sie ein Bau­ge­such stellen. 

Vor­la­ge Be­triebs­kon­zept Gastronomie

Das Be­triebs­kon­zept der Bei­spiel­piz­ze­ria Flun­der hilft Ih­nen, ein ei­ge­nes Be­triebs­kon­zept für ei­nen Gas­tro­no­mie­be­trieb zu er­stel­len. Word-Do­ku­ment mit 20 Sei­ten — Preis Fr. 28.-

Bau­be­wil­li­gung nötig?

Das gilt zum Bei­spiel, wenn Sie Räum­lich­kei­ten neu als Take-Away, Aus­schank­räu­me oder Kü­che nut­zen wol­len. Oder möch­ten Sie pri­va­ten oder öf­fent­li­chen Bo­den neu als Ter­ras­se ver­wen­den? Dann brau­chen Sie auch ein Bau­ge­such. Über­neh­men Sie aber ein be­stehen­des Re­stau­rant oder Sie wol­len eine Ter­ras­se wie­der nut­zen, die be­reits be­wil­ligt wur­de, braucht es kein neu­es Baugesuch.

Es gibt noch wei­te­re Fäl­le, in de­nen Sie eine Bau­be­wil­li­gung brauchen:

  • Sie wol­len eine gros­se Wer­be­be­schrif­tung am Ge­bäu­de an­brin­gen? Ihre Um­nut­zung ver­ur­sacht Lärm oder an­de­re Emis­sio­nen (z. B. Ab­luft aus ei­ner Küche)?
  • Sie brau­chen eine ge­ne­rel­le Ver­län­ge­rung der Öff­nungs­zeit über die ge­setz­lich ge­re­gel­te Schlies­sungs­zeit hin­aus (z. B. eine Überzeitbewilligung)?

Für je­den die­ser Fäl­le brau­chen Sie eine Bau­be­wil­li­gung. Nur bei der Wer­be­be­schrif­tung kommt es auf den kon­kre­ten Fall an.

Inneneinrichtung eines Restaurants

Vor­ge­hen

Bau­ge­su­che müs­sen meist mit ei­nem of­fi­zi­el­len For­mu­lar bei der Ge­mein­de ein­ge­reicht wer­den. Sie fin­den die­ses auf der Web­sei­te der Ge­mein­de oder bei der kan­to­na­len Bau­be­hör­de. Sie müs­sen das Bau­vor­ha­ben de­tail­liert be­schrei­ben  und be­grün­den. Grös­se­re Bau­vor­ha­ben müs­sen durch eine Fach­per­son (z.B. ei­nen Ar­chi­tek­ten) ein­ge­reicht wer­den. Je bes­ser Sie das Bau­ge­such vor­be­rei­ten, des­to grös­ser ist die Chan­ce, dass es be­wil­ligt wird.

Zeit ein­pla­nen

Rech­nen Sie ge­nü­gend Zeit ein, Bau­be­wil­li­gun­gen müs­sen ver­öf­fent­licht wer­den. An­schlies­send kön­nen An­woh­ner das Bau­vor­ha­ben durch Ein­spra­chen blo­ckie­ren. Falls Sie das be­fürch­ten, su­chen Sie vor­her das Ge­spräch mit be­trof­fe­nen Per­so­nen. Das kann sich loh­nen. Auch der Aus­tausch mit Quar­tier­kom­mis­sio­nen, Ver­ei­nen, dem Denk­mal­schutz oder Ge­mein­de­rats­mit­glie­dern kann wert­voll sein.

Die Prü­fung

Die zu­stän­di­ge Be­hör­de prüft Ih­ren An­trag. Sie ent­schei­det un­ter an­de­rem mit die­sen Fra­gen, ob Sie Ih­nen die Bau­be­wil­li­gung er­teilt oder nicht:

  • Ist die Brand­si­cher­heit gewährleistet?
  • Wird das Orts­bild ge­stört?
  • Wird der Denk­mal­schutz von al­ten Ge­bäu­den eingehalten?
  • Ist das Bau­ge­such im öf­fent­li­chen Interesse?
  • Wer­den Bau­vor­schrif­ten und Zo­nen­plä­ne eingehalten?

Kei­ne Baubewilligungspflicht

Im Zwei­fels­fall lohnt es sich, Ihr Vor­ha­ben kurz mit der Ge­mein­de und/oder dem Bau­in­spek­to­rat zu be­spre­chen. So er­fah­ren Sie schon vor der Ein­ga­be, auf was es an­kommt und was Sie erwartet.

Kein Bau­ge­such braucht es , wenn es sich nur um klei­ne, ent­fern­ba­re Bau­ten han­delt, Bei­spie­le sind: kur­ze Sicht­schutz­wand, Pa­ra­bol­spie­gel, Zaun, Ab­fall­kü­bel, Per­go­la, Sand­kas­ten, Wohn­wa­gen, mo­bi­ler Wurst­stand, Pflan­zen­kü­bel.

Fa­zit

Da­mit Sie bei Ih­ren Bau­plä­nen kei­ne bö­sen Über­ra­schung er­war­ten, pla­nen Sie die­se mög­lichst früh ein. Neh­men Sie sich ge­nü­gend Zeit, um die nö­ti­gen For­mu­la­re aus­zu­fül­len und ein­zu­rei­chen. Die Ent­schei­dun­gen kön­nen eine Wei­le dau­ern. In­for­mie­ren Sie auch alle be­tei­lig­ten Per­so­nen, wenn mög­lich im Vor­aus. Wenn die be­trof­fe­nen Per­so­nen in­for­miert sind, kön­nen Be­schwer­den und Ver­zö­ge­run­gen ver­hin­dert wer­den. Viel­leicht er­hal­ten Sie so auch noch nütz­li­che In­puts. Grund­sätz­lich gilt, je bes­ser der Um­bau ge­plant und kom­mu­ni­ziert, des­to bes­ser die Chan­ce auf ein gu­tes Gelingen.

Un­se­re Lösungen

Vor­la­ge Be­triebs­kon­zept Gastronomie

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Vor­la­ge Bud­get Gastronomie

Die­se Ex­cel-Vor­la­ge hilft Ih­nen, ein Bud­get für Ih­ren Gas­tro­no­mie­be­trieb zu er­stel­len. Ex­cel-Do­ku­ment mit 2 Ta­bel­len und An­lei­tung — Preis Fr. 28.-

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Wer geht mit wem? — Die Geschmackspärchen

Ein­fach ge­sagt, wird beim Food Pai­ring mit­ein­an­der kom­bi­niert, was gut schmeckt. Pai­ring heisst auf Deutsch »ein Paar bil­den«. Die Le­bens­mit­tel, die gut mit­ein­an­der har­mo­nie­ren, wer­den also qua­si zu­sam­men ver­kup­pelt und zu ei­nem Ge­samt­me­nü ver­schmol­zen. Wel­che Le­bens­mit­tel be­son­ders gut mit­ein­an­der har­mo­nie­ren, hängt beim Food Pai­ring ein­zig von de­ren Ge­schmack ab. Dies un­ter­schei­det den Trend etwa vom Food Com­bi­ning, bei dem Kom­bi­na­tio­nen aus er­näh­rungs­tech­ni­schen Grün­den ge­macht werden.

Wie al­les be­gann: Ka­vi­ar mit weis­ser Schokolade

Das Food Pai­ring geht auf die Ent­de­ckung des bri­ti­schen Star­kochs Hes­ton Blu­men­thal zu­rück, der beim Aus­tüf­teln neu­er Re­zep­te fest­stell­te, dass Ka­vi­ar bes­tens zu weis­ser Scho­ko­la­de passt. Er kon­fron­tier­te Sen­so­ri­ker mit sei­ner Be­ob­ach­tung. Die­se fan­den her­aus, dass Ka­vi­ar und weis­se Scho­ko­la­de qua­si ge­schmack­lich ver­wandt sind.

Der Weg ins Labor

Sen­so­ri­ker aus Bel­gi­en vom Un­ter­neh­men FOODPAIRING (www.foodpairing.com) ha­ben dar­auf­hin be­gon­nen, die ein­zel­nen Le­bens­mit­tel nach ih­rem Ge­schmack und Ge­ruch zu ka­te­go­ri­sie­ren. Je­des Le­bens­mit­tel er­hält so sein ei­ge­nes ge­schmack­li­ches Pro­fil, das in ei­ner Da­ten­bank fest­ge­hal­ten wird. Mit­hil­fe der In­for­ma­tio­nen in der Da­ten­bank kön­nen die bes­ten Ge­schmacks­pär­chen ge­bil­det wer­den. Bei­spiels­wei­se zei­gen die Sen­so­ri­ker, dass die „DNA“ der Erd­bee­re mit ge­schmack­li­chen Ei­gen­schaf­ten wie ge­rös­tet, fruch­tig, kä­sig und zi­trus­hal­tig zu Le­bens­mit­teln wie Par­me­san, Apri­ko­sen, Kaf­fee­boh­nen und Ba­si­li­kum pas­sen, wel­che eben­falls sol­che ge­schmack­li­chen Kom­po­nen­ten auf­wei­sen. So er­staunt auch die Ma­rot­te hier­zu­lan­de nicht mehr, dass so vie­le Men­schen Erd­beer­kon­fi auf ih­ren Grey­er­zer schmieren. 

Food Pairing - Spinat mit Erdbeeren und Chia-Samen

Vom La­bor auf den Teller

Eine Da­ten­bank mit Le­bens­mit­tel­pär­chen? Das hört sich al­lein noch gar nicht so köst­lich an. Die Fra­ge ist, was dar­aus ge­macht wird. Die Er­geb­nis­se aus dem La­bor sol­len dazu ani­mie­ren, die wil­den Kom­bi­na­tio­nen aus­zu­pro­bie­ren. Vie­le Kö­che ha­ben das auch schon ge­macht und ihre Re­zep­te be­kannt­ge­ge­ben, so etwa ein Früh­stück mit Erd­bee­ren, Par­me­san und schwar­ze Oli­ven, eine Vor­spei­se aus To­ma­ten, Speck und Kiwi, ein Haupt­gang mit Rin­des Ent­recôte, schwar­ze Scho­ko­la­de und Man­go oder ein Des­sert aus ei­ner Kom­bi­na­ti­on mit Bir­ne, Sel­le­rie und Him­bee­re. Ent­schei­dend ist na­tür­lich auch die Zu­be­rei­tung und die op­ti­sche Prä­sen­ta­ti­on, da­mit auch Skep­ti­ker auf den Ge­schmack kommen.

Die Ab­wechs­lung machts

Be­stimm­te Kom­bi­na­tio­nen er­stau­nen auf den ers­ten Blick nicht. Schon lan­ge es­sen wir zum Bei­spiel Ra­vio­li mit Spi­nat und Ri­cot­ta oder Fei­gen­senf mit Käse und Trau­ben. An­de­re Kom­bi­na­tio­nen sind uns hin­ge­gen noch völ­lig neu. Vie­le Gäs­te su­chen das ku­li­na­ri­sche Aben­teu­er. Für sie kann man mit dem Food Pai­ring ein­ma­li­ge, ge­schmack­li­che Er­leb­nis­se zau­bern. Food Pai­ring bringt vor al­lem ei­nes: eine ge­schmack­li­che und über­ra­schen­de Ab­wechs­lung auf den Teller.

Fa­zit

Food-Pai­ring ist be­kannt ge­wor­den in Re­stau­rants mit ge­ho­be­ner Kü­che und wur­de dann im La­bor wei­ter­ent­wi­ckelt. Das muss aber nicht heis­sen, dass es dort bleibt. Was wir oft schon un­ter­be­wusst kom­bi­nie­ren, weil es uns ein­fach schmeckt, kön­nen Sie auch bei Ih­ren Me­nüs aus­pro­bie­ren. Über­ra­schen Sie die Gäs­te und sich sel­ber mit span­nen­den neu­en Kombinationen.

Beim Pro­bie­ren gilt: Er­laubt ist, was schmeckt!

Un­se­re Lösungen

Vor­la­ge Be­triebs­kon­zept Gastronomie

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Weil ein Gast un­zu­frie­den mit der lan­gen War­te­zeit ist, ver­lässt er das Re­stau­rant, ohne zu be­zah­len. Darf er das? Wie sieht es aus, wenn das Es­sen man­gel­haft ist? Wel­che Rech­te und Pflich­ten ha­ben Sie als Gas­tro­nom ge­gen­über dem Gast? Die Ant­wor­ten auf die­se Fra­gen er­fah­ren Sie in die­sem Beitrag. 

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Wor­aus be­steht ein Bewirtungsvertrag?

Den Be­wir­tungs­ver­trag selbst gibt es im Ge­setz nicht. Der Be­wir­tungs­ver­trag be­steht näm­lich aus vie­len un­ter­schied­li­chen Ver­trä­gen. Zum Bei­spiel schlies­sen Sie und Ihr Kun­de ei­nen Kauf­ver­trag ab, wenn er ein Ge­tränk bei Ih­nen kauft. Die Zu­be­rei­tung des Es­sens ist ein Werk­ver­trag und die Be­nüt­zung der Ein­rich­tung (Tisch, Be­steck usw.) fällt un­ter das Miet­recht. Der Be­wir­tungs­ver­trag ist also ju­ris­tisch ge­se­hen eine kom­pli­zier­te Sache.

Rech­te und Pflichten

Wenn Sie als Wirt mit Ih­rem Gast ei­nen Be­wir­tungs­ver­trag ab­schlies­sen, ha­ben Sie grund­sätz­lich die­se Pflich­ten ge­gen­über dem Gast:

  • Der Gast hat An­recht auf ei­nen Platz.
  • Sie müs­sen den Gast bedienen.
  • Die Ge­trän­ke und Spei­sen müs­sen ein­wand­frei zu­be­rei­tet sein.
  • Die be­stell­ten Ge­trän­ke und Spei­sen müs­sen Sie dem Gast abgeben.
  • Sie müs­sen für die Si­cher­heit des Gas­tes sorgen.

Der Ver­trag kommt in dem Mo­ment zu­stan­de, in dem der Gast die Be­stel­lung ab­gibt und das Ser­vice­per­so­nal die Be­stel­lung auf­nimmt. Ein münd­li­cher Ver­trag ge­nügt. Für die Si­cher­heit des Gas­tes sind Sie be­reits vor Ver­trags­schluss ver­ant­wort­lich. Ihr Gast hat im Ge­gen­zug die Pflicht, die er­hal­te­nen Ge­trän­ke und Spei­sen zu bezahlen.

Die Rech­te von Ih­nen als Wirt und Ih­rem Gast sind spie­gel­ver­kehrt. Der Wirt hat ein Recht dar­auf, dass der Gast die Rech­nung zahlt (= Pflicht des Gas­tes). Der Gast hat das Recht auf ein ein­wand­frei­es Ge­richt (= Pflicht des Wirts).

Was kann al­les schiefgehen?

Beim Be­wir­tungs­ver­trag kön­nen ei­ni­ge Din­ge schief­ge­hen. Er­fül­len Sie als Wir­tin den Ver­trag schlecht, kann das un­an­ge­neh­me Fol­gen ha­ben. Es ist da­her wich­tig, dass Sie die Rechts­la­ge ken­nen, um mit der Si­tua­ti­on rich­tig um­zu­ge­hen. Im Streit­fall eine Lö­sung zu fin­den, mit der bei­de Par­tei­en zu­frie­den sind, ist das Wich­tigs­te. Schau­en wir uns zwei ty­pi­sche Fäl­le an:

1. Lan­ge Wartezeiten 

Pe­ter ist der Mei­nung, dass er nicht die gan­ze Rech­nung be­zah­len muss, weil er eine Stun­de auf das Es­sen ge­war­tet hat. Wie ist die Rechtslage?

Wie so oft bei ju­ris­ti­schen Fra­gen lau­tet die Ant­wort: Es kommt dar­auf an. Es macht ei­nen Un­ter­schied, ob es sich um ein Abend­essen in ei­nem ge­ho­be­nen Re­stau­rant oder um ein Mit­tag­essen in ei­nem Take-Away handelt.

In ei­nem ge­ho­be­nen Re­stau­rant sind War­te­zei­ten von die­ser Dau­er für das Abend­essen üb­lich. Das heisst die gan­ze Rech­nung muss grund­sätz­lich be­zahlt wer­den. Will der Gast sein Es­sen schnel­ler, muss er das dem Ser­vice­per­so­nal bei der Be­stel­lung mit­tei­len. Zu die­sem Zeit­punkt ent­steht der Ver­trag. Die ein­zel­nen Kon­di­tio­nen, wie z.B. die War­te­zeit, kön­nen in die­sem Mo­ment noch be­rück­sich­tigt werden.

In ei­ner kur­zen Mit­tags­pau­se bei ei­nem Take-Away möch­te Pe­ter nicht eine Stun­de auf das Es­sen war­ten. Eine War­te­zeit von ei­ner Stun­de ist in die­ser Si­tua­ti­on grund­sätz­lich un­an­ge­bracht. Al­ler­dings kann Pe­ter auch in die­ser Si­tua­ti­on nicht ein­fach so ge­hen. Pe­ter muss dem Wirt zum Bei­spiel nach 15 Mi­nu­ten sa­gen, dass er in­ner­halb der nächs­ten 10 Mi­nu­ten es­sen möch­te. Die­se Frist ist an­ge­mes­sen. Der Wirt er­hält noch die Chan­ce, sei­ne Leis­tung zu er­brin­gen. Wenn der Wirt das Es­sen nicht in­ner­halb die­ser Frist an­bie­tet, darf Pe­ter das Take-Away, ohne zu zah­len, ver­las­sen. Pe­ter kann aber auch auf das Es­sen war­ten und eine Min­de­rung des Prei­ses verlangen.

Mit einem guten Alleinstellungsmerkmal haben Sie einen Wettbewerbsvorteil

2. Man­gel­haf­tes Essen

Me­la­nie ist un­zu­frie­den, weil das ser­vier­te Pou­let roh ist. Des­halb droht sie, das Re­stau­rant zu ver­las­sen. Darf sie das?

In sol­chen Si­tua­tio­nen müs­sen Sie Ruhe be­wah­ren. Wenn das Pou­let tat­säch­lich roh ser­viert wird, stellt das eine Schlecht­leis­tung der Wir­tin dar. Me­la­nie darf in die­ser Si­tua­ti­on eine Nach­bes­se­rung ver­lan­gen. Tut Me­la­nie das, muss das Pou­let noch ein­mal ge­bra­ten wer­den. Al­ter­na­tiv kann die Wir­tin auch ein neu­es Ge­richt zu­be­rei­ten. Me­la­nie darf das Re­stau­rant aber nicht ver­las­sen, ohne zu zahlen.

Fa­zit

Als Wirt müs­sen Sie wis­sen, wel­che Rech­te und Pflich­ten Sie ge­gen­über Ih­ren Gäs­ten ha­ben. Doch wä­gen Sie ab, ob Sie auf Ihre Rech­te be­har­ren wol­len. Manch­mal lohnt es sich nach­zu­ge­ben und da­für zu­frie­de­ne Gäs­te zu ha­ben, die wie­der­kom­men. Kom­mu­ni­zie­ren Sie ak­tiv: In­for­mie­ren Sie Ihre Gäs­te über län­ge­re War­te­zei­ten. Bie­ten Sie bei Män­geln kon­kre­te Lö­sun­gen an. Of­fe­rie­ren Sie dem Gast ei­nen kos­ten­lo­sen Es­pres­so oder eine Nach­spei­se. Klei­nig­kei­ten wir­ken Wun­der. Ein zu­frie­de­ner Gast ist ein wert­vol­ler Gast.

Un­se­re Lösungen

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Ser­vice­kurs Gastronomie

Im Ser­vice­kurs der Schwei­zer Gas­tro­no­mie­fern­schu­le eig­nen Sie sich die Grund­la­gen für ei­nen kun­den­ori­en­tier­ten und pro­fes­sio­nel­len Ser­vice an. Da der Fern­kurs be­rufs­be­glei­tend ge­macht wer­den kann, eig­net er sich be­son­ders für Aus­hil­fen und Quer­ein­stei­ger, die ak­tu­ell im Ser­vice arbeiten.

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Wer mit Le­bens­mit­teln ar­bei­tet, muss vie­les be­ach­ten. Ge­ra­de in der Gas­tro­no­mie sind die An­for­de­run­gen an die per­sön­li­che, be­trieb­li­che und le­bens­mit­tel­spe­zi­fi­sche Hy­gie­ne hoch. Stän­dig kom­men Mit­ar­bei­ten­de im Re­stau­rant oder ei­nem an­de­ren Gastro­be­trieb mit Le­bens­mit­teln in Kon­takt. Ein un­pro­fes­sio­nel­les Ver­hal­ten kann da­bei schnell ernst­haf­te Kon­se­quen­zen ha­ben. Re­gel­mäs­si­ge Hy­gie­neschu­lun­gen fürs Per­so­nal sind des­halb sehr wich­tig, je nach Be­trieb so­gar zwin­gend vorgeschrieben.

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